Jeanne Dielmann 

Filmmuseum
Mittwoch, 20. Mai 2026 I 18.00 Uhr

Drama | B/F 1975 | 202’ | OmU 

Chantal Akerman 

„Jeanne Dielman“ gilt als Meilenstein des feministischen und experimentellen Kinos der 1970er-Jahre und markierte Chantal Akermans internationalen Durchbruch. Der Film begleitet über drei Tage den streng ritualisierten Alltag einer verwitweten Frau in Brüssel, die mit ihrem Sohn lebt: Sie macht die Betten, putzt, kocht, schält Kartoffeln, erledigt Besorgungen und empfängt nachmittags jeweils einen Mann gegen Bezahlung. In langen, statischen Einstellungen verzichtet Akerman bewusst auf klassische Dramaturgie und macht durch die Wiederholung häuslicher und reproduktiver Arbeit sichtbar, was gesellschaftlich meist unsichtbar bleibt. Jeanne Dielman tut scheinbar immer dasselbe, doch gerade aus den kleinsten Abweichungen entsteht enorme Spannung: Am zweiten Tag gerät die Ordnung ins Wanken, am dritten eskaliert sie. Jeanne schweigt fast den ganzen Film hindurch; umso beredter wirken ihre präzisen, zugleich starren und fragilen Bewegungen. Die Wohnung wirkt wie Fabrik, Bühne und Gefängnis zugleich. Trotz – oder gerade wegen – seiner formalen Radikalität gilt der Film heute als einer der bedeutendsten der Filmgeschichte.  

„»Jeanne Dielman« ist ein in jeder Hinsicht monolithisches Werk, das deutliche Spuren in der Kinogeschichte hinterlassen hat, und eine einzigartige Seherfahrung, die auch 50 Jahre später nichts von ihrer Intensität eingebüßt hat.“ (Florian Widegger) 

„[…] eines jener Feuerschiffe der Kinomoderne, zu denen man immer wieder zurückkehrt, die einem den Weg weisen, wenn man sich verloren fühlt im Strudel der Bilder und Töne.“ (Österreichisches Filmmuseum) 

“In a film that, agonizingly, depicts women’s oppression, Akerman transforms cinema, itself so often an instrument of women’s oppression, into a liberating force … There was a before and an after Jeanne Dielman, just as there had once been a before and after Citizen Kane.” (Amy Taubin, Sight and Sound) 

Kooperation mit Filmmuseum und hdgö 

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