Sorry, you missed your life!

Konrad Wakolbinger — 30.04.2020

Open exploitation can be combatted while subtle forms are not so easily recognizable and harder to fight.

In Ken Loach’s film “Sorry, we missed you” (2019), we experience how companies externalise market risks, using the example of a family living in the deindustrialised North of England. They impose them onto those who can no longer pass on the pressure. The workers at the base are almost crushed by the burden.

Wenn Rick nicht geöffnet wird, damit er das Paket übergeben kann, klebt er einen Benachrichtigungszettel mit der Aufschrift “Sorry, we missed you” an die Tür.  Für Rick ist das immer eine Niederlage, denn er wird pro ausgeliefertem Paket bezahlt. Jede Unwägbarkeit fällt auf Rick zurück. Seine Zeit um den Auslieferungsort zu erreichen, sein Geld um den Transporter zu kaufen, und die Miete für den Scanner hat er schon investiert. Der Return on Investment hängt an vielen Faktoren, die Rick kaum beeinflussen kann. Beim Einstellungsgespräch hat der Niederlassungsleiter des Zustelldienstes Rick noch zu seiner Entscheidung, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, gratuliert. Bald wird er Rick mit der Drohung von Geldabzügen, denn Lohn kann man es nicht nennen, so unter Druck setzten, dass Rick seine Gesundheit und den Zusammenhalt der Familie aufs Spiel setzt. Der Vorgesetzte will sich die Statistik nicht versauen lassen.

Ricks Frau Abbie steckt als Hauskrankenpflegerin in einem anderen, aber ebenso belastenden Arbeitsverhältnis. Sie hat einen Null-Stunden-Vertrag.  In Großbritannien und auch in den Niederlanden ist diese Beschäftigungsform weit verbreitet. Der Vertrag bindet den Arbeitnehmer an das Unternehmen, das frei entscheiden kann, wieviele Jobs im Monat es an die einzelnen Angestellten vergibt, bis hin zu keinem einzigen. In einem „zero-hours“-Monat gibt es „zero“ Geld. Abbie ist zu ihren Klienten äußerst fürsorglich, sie sind beinahe zu Freunden geworden. Aber die Zeit, die sie in diese Sorgearbeit investiert, wird ihr nicht entsprechend abgegolten.

In “Sorry, we missed you” Ken Loach breaks the reality of life for labour entrepreneurs in neoliberalism down. With a great deal of empathy for his characters, interpreted by great actors, he candidly takes us into a world that none of us wants to get to know personally.

Trailer „Sorry we missed you“ by Ken Loach

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